Spitzenzündungsverfahren

DSC 0109
 
Das Spitzenzündungsverfahren besticht durch seine einfache Handhabung und seine extrem kurze Schweißzeit im Bereich der Feinblechtechnik.
 
Nummer nach ISO 1461: 786


Typische Anwendungsbereiche sind :
Schaltschrankbau, Fahrzeugbau, Fassadentechnik, Kathodischer Korrosionsschutz, Isoltationen auf Metall,

Vorteile:                                                                                           Schweißbolzen PT Stahl          Spitze ani

- preiswerte Schweißbolzen
- 230V AC Schukoanschluß genügt                                                                            
- einfache Handhabung
- kostengünstige Geräte
- gut automatisierbar
- keine oder je nach Anwendung nur Spiegelsichtbare Markierungen auf der Gegenseite
- lackierte Rückseiten möglich

Spitzenzündung mit Kontakt:

Beim " Kontaktschweißen " wird der Bolzen beim Aufsetzen der Schweißpistole
oder des Automatikschweißkopfes auf das Werkstück gegen eine Federkraft
vorgespannt. Hierdurch besteht schon von Beginn an der elektrische Kontakt
zwischen der Bolzenzündspitze und dem Werkstück.
Beim Auslösen der Schweißung durch den Bediener oder die Automatik schmilzt
die Zündspitze schlagartig und zündet so den Lichtbogen zwischen dem Bolzenflansch
und dem Werkstück. Der Bolzen bewegt sich nun durch die Federkraft um den
Abstand auf das Werkstück zu, der durch den Aufschmelzvorgang der Zündspitze
frei geworden ist. Nach dem endgültigen Aufsetzen des Bolzens erstarrt das Schmelzbad.

Anwendung:

Stahl, Edelstahl, Aluminium, Messing,metallisch beschichtete Bleche

Durch die stärkere Fügekraft und die längere Schweißzeit
ist das Kontaktverfahren für Stahl und Edelstahl, sowie für
galvanisch beschichtete Bleche geeignet.

Spitzenzündung mit Spalt:

Beim Bolzenschweißen mit Spalt wird der Bolzen mit der Hilfe einer Magnet-
spule gegen eine Feder vorgespannt. Zwischen dem Bolzen und dem Werkstück
entsteht so ein Spalt, der durch Abstandhalter an der Schweißpistole vorgegeben
ist.
Durch das auslösen des Schweißvorgangs durch den Bediener wird nun die
Magnetspule gelöst und der Bolzen bewegt sich durch die Feder beschleunigt auf
das Werkstück zu.
Sobald der elektrische Kontakt hergestellt ist, entsteht während
der Vorwärtsbewegung des Bolzens ein Lichtbogen, der durch das Auftreffen des
Bolzen beendet wird .

 Anwendung:

Stahl, Edelstahl, Aluminium

Durch die kürzere Schweißzeit ist das Spalttverfahren für Stahl und Edelstahl, sowie für
Aluminium Bleche geeignet. Durch die geringere Fügekraft wird im automatisierten Bereich
meist im Spaltverfahren gearbeitet.

 Spitzenzuendung  Spitzenverfahren Spalt
 

Verfahrensbereiche und Grenzen:
 
Grundsätzlich gilt auch beim Bolzenschweißen: Die Verbindung darf nicht in der Fügezone versagen!
Während der extrem kurzen Schweißzeit muß die gesamte Oberfläche des Schweißbolzens und des Werkstückes aufgeschmolzen werden.
Dies hat zur Folge, daß sich Verfahrensgrenzen ergeben, bei deren Überschreitung abstriche in der Festigkeit gemacht werden müssen.
 
Verfahrenssichere Verbindungen sind nach DVS mit folgenden Abmessungen erreichbar.
Andere Abmessungen können zum Teil gut und sicher verschweißt werden, sollten aber im Enzelfall durch Versuche an der tatsächlichen Schweißaufgabe geprüft werden.
Für viele Anwendungen ist die Festigkeit ausreichend, jedoch können Verfahrensprüfungen nach DIN EN ISO 14555 nur mit erheblichem Aufwand bestanden werden.
 
Werte entsprechend Tabelle1 aus DVS 0903:2018

Kenngröße

Spaltschweißen

Kontaktschweißen

Ordnungs-Nr. nach ISO 4063

786

786

Bolzendurchmesser d (mm)

0,8 bis 8 (Aluminium bis 6)

0,8 bis 8 (Aluminium bis 6)

Spitzenstrom ca. (A)

10000

5000

Schweißzeit ca. (ms)

0,5 bis 2

1 bis 4

Federkraft ca. (N)

40 bis 60

60 bis 100 je nach Kolbenmasse und Lagerung

Auftreffgeschwindigkeit ca. (m/s)

0,5 bis 1

Aluminium 1 bis 1,5

0,5 bis 0,7

Zündung

meist korrekt, Frühzündung möglich

immer korrekt

Bevorzugte Anwendung

Automatikschweißen, Aluminium, Dünnblech bei hohen Anforderungen an die Rückseite

Handschweißen von Stahl (unlegiert und legiert), galvanisch verzinkte oder leicht geölte Oberflächen

 
Anwendungen außerhalb der Verfahrensgrenzen sind:
 
Aufgrund der Geometrie:
  •     Ø10, Ø12 in Stahl, rostfreier Stahl, und Messing
  •     Ø8 in Aluminium
  •     Diese Verbindungen sind möglich, jedoch kann ein Bruch in der Schweißzone nicht immer ausgeschlossen werden.
 
Aufgrund der Schweißeignungen des Grundmaterials:
  •    ungeeignete Beschichtungen die zum Teil  25um überschreiten
  •    dicke Beschichtungen gepaart mit großen Durchmessern
  •    Oxide auf AL Oberflächen
  •    Legierungselemente wie Blei